Verkehrsclub für eine umweltverträgliche Verkehrspolitik

VCD fordert unabhängige A4 Machbarkeitsstudie

Autobahn-Studie ohne Neuigkeiten 
Sorge um Beeinflußung der Gutachter
VCD-Pressemitteilung A4 vom 22-03-1998

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) begrüßt es, daß die derzeit in Arbeit befindliche 'Machbarkeitsstudie' zum Autobahnbau zwischen Olpe und Bad Hersfeld die Diskussion wieder versachlicht. 

Unverständlich ist dem VCD, daß es bezahlte Lobbyisten gibt, die eine Autobahn um jeden Preis wollen ohne Nachweis eines angemessenen Verhältnisses von Aufwand und Ertrag. 'Eigentlich,' so meint der VCD-Kreisvorsitzender 'sollte man gerade von Wirtschaftsvertretern erwarten, daß ihnen ein effizienter Mitteleinsatz besonders am Herzen liegt.' 

Die methodische Vorgehensweise der Gutachter ist für den VCD gut nachvollziehbar und in sich schlüssig. Damit die Auswirkungen auf die Umwelt auf ein erträgliches Maß reduziert würden, müßte die Autobahn in weiten Abschnitten im Tunnel verlaufen. Das treibt die Baukosten bis auf 20 Millionen Mark je Kilometer hoch - das ist doppelt so viel, wie für einen konventionell trassierten Autobahnabschnitt. Trotz des hohen Aufwandes müßte die Autobahn sehr kurvenreich gebaut werden, so daß auf längeren Abschnitten die zulässige Höchstgeschwindigkeit beschränkt werden müßte. 

Sorge bereiten dem Verkehrsclub Bestrebungen einiger Funtionsträger, die Bestrebungen erkennen lassen, die Gutachter zu beeinflussen. Dubiose Fragebogenaktionen tragen nicht zu einem objektivem Ergebnis der Studie bei. 

Für den VCD ist es aber besonders wichtig, daß eine Autobahn nicht als Einbahnstrasse verstanden wird. Sie dient nicht nur dazu Personen und Güter aus euner Region herauszutransportieren, sondern genausogut können über sie billige Waren und billige Arbeitskräfte in eine Region hineintransportiert werden. Ebenso verleitet sie dazu Einkäufe außerhalb der Region zu tätigen, wodurch ein erheblicher Kaufkraftverlust entstehen kann. Der Region ist auch nicht damit gedient, daß infolge einer schnellen Autobahnverbindung der Pendlerverkehr zunimmt. Es entstehen dadurch für die Kommunen steuerliche Verluste, die sich auf die Entwicklung der kommunalen Infrastruktur negativ auswirken. 

Noch befindet sich der Wittgensteiner Raum in einer stabilen wirtschaftlichen Lage, die aber durch den Bau der A4 erheblich gestört werden könnte. 



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