Leserbrief zum Bericht in der Siegener Zeitung vom 13. Nov. 1998
An
der Seriösität unseres Siegerländer Bundestagsabgeordneten
Paul Breuer läßt sich allmählich zweifeln.
Er kann sich nicht damit abfinden, daß eine andere Bundes/Landesregierung,
als er es sich wünscht, andere Prioritäten setzt, als er
es für richtig hält. Mit markigen Worten werden anders denkende
und handelnde Politiker als "Feiglinge und Kneifer" tituliert.
Spezieller Anlaß hierfür war wieder mal der Weiterbau der
A4.
In aller Öffentlichkeit behauptet er in am 13. Nov. In der Siegener
Zeitung "Gelder für die A4 fließen in den Ruhrpott". Diese
Behauptung entbehrt jeder Wahrheit, sie ist eine bewußte Falschinformation.
Seine Behauptung vermittelt den Eindruck, als hätte der Bund
für den Weiterbau der A4 schon finanzielle Mittel bereitgestellt,
doch die neue Bundesregierung und auch die Landesregierung würde
dafür sorgen, daß diese Mittel dem Ruhrgebiet zu gute kämen.
Dem ist aber nicht so! Die A4 befindet sich zur Zeit noch in einer
sehr frühen Planungsphase. Die noch in Arbeit befindliche Machbarkeitsstudie
wird frühestens im April 99 abgeschlossen sein. Erst dann wird
man wissen, woher die A4 überhaupt verlaufen wird, und was sie
ungefähr kosten könnte.
Falls diese Studie zu dem Ergebnis käme, daß die A4 mit
einem vertretbaren Aufwand/Nutzen-Verhältnis zu bauen wäre,
gingen noch einige Jahre ins Land, bis schließlich Baurecht
bestünde. Für diesen unsicheren Fall in Anbetracht der Angespannten
Finanzlage des Bundes, schon jetzt Finanzmittel in Höhe von mehreren
Mrd DM einzuplanen bzw festzulegen, wäre schlichtweg finanzpolitischer
Unsinn.
Es ist also absurd davon zu reden, daß Mittel für die A4
ins Ruhrgebiet fließen würden.
Ebenso absurd ist die nun schon seit gut 20 Jahren betriebene Verunsicherung
der Bürger von Siegerland und Wittgenstein, daß ohne die
A4 unsere Region ins wirtschaftliche Abseits geraten würde. Die
Wirklichkeit ist, daß die Arbeitslosenquote in Siegerland/Wittgenstein
ständig etwa 1 bis 1.5 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt liegt
und das nach einer jüngsten Unternehmensbefragung durch die IHK,
viele Unternehmen ihre Zukunftschancen als sehr positiv beurteilen.
Zu bemerken ist auch, daß das mit der Durchführung der
Machbarkeitsstudie beauftragte Planungsbüro bereits festgestellt
hat, daß pro Autobahnkilometer nur etwa acht wirklich neue Arbeitsplätze
entstehen. Und das bei einer Investition von ca. DM 15 Mio für
jeden Straßenkilometer!
Was soll also die ständige Verunsicherung der Bevölkerung,
daß ohne die A4 in unserer Region sozusagen die Lichter ausgehen
würden?
Es besteht kein Anlaß die Zukunftschancen Südwestfalens
herunterzureden.
Dieter
Gebauer, zum großen Wald 19, 57223 Kreuztal
Für die Bürgerinitiative "Für Littfeld, gegen die A4"
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