Verkehrsclub für eine umweltverträgliche Verkehrspolitik
Keine Verbesserungen im Fahrplan 96/97 !!
Presseartikel 01-05-1996
Weil
der Zweckverband weder Verhandlungen geführt hat, noch die Kosten
für einen besseren ÖPNV tragen will, gibt es im neuen Fahrplan
1996/97 keine zusätzlichen Reisemöglichkeiten. Es muß
als Schildbürgerstreich angesehen werden, daß es mehrere
Zugverbindungen zwischen Erndtebrück und Bad Laasphe gibt, Reisende
aber in diesen Zügen nicht mitfahren können. Es finden sogenannte
Leerfahrten statt.
Zweckverband
nimmt seine Aufgaben nicht ernst!
Der
VCD wirft dem Zweckverband vor, zum letzten Fahrplanwechsel 116 Zugverbindungen
pro Woche in Siegen-Wittgenstein abbestellt oder das Angebot der DB-AG
auf Verbesserung nicht angenommen zu haben. Der Zweckverbandsvorsteher
Karl Heinz Forster sagt ausdrücklich: 'Wir wollen nicht, daß
Verkehr nach Siegen-Wittgenstein hineingetragen wird, den wir dann auch
noch bezahlen müssen.' Deshalb enden am Wochenende fast alle StadtExpress-Züge
auf der Verbindung zwischen Dillenburg und Siegen in Dillbrecht.
Laaspher
Politiker richtungsweisend!!
Die
Politiker der Stadt Bad Laasphe haben die Zeichen der Zeit erkannt und
bezahlen aus der Stadtkasse die zusätzlichen Zugverbindung Bad
Laasphe - Wallau mit 55.000 DM pro Jahr. Der VCD fordert die Stadt Bad
Laasphe auf, sich diesen Betrag vom Zweckverband erstatten zu lassen.
'Es heiß Regionanlisierung und nicht Kommunalisierung. Der Zugverkehr
in der Region muß vom Zweckverband bezahlt werden, sonst muß
gefragt werden, warum Kommunen, die weit vom Siegerlandflughafen entfernt
liegen für diesen bezahlen. Der Siegerland-Flughafen liegt auf
dem Gebiet der Gemeinde Burbach und kann dann auch nur von den Burbachern
bezahlt werden.' so Achim Walder vom VCD.
Zweckverband
hat 2,2 Mil. DM nicht für die Verbesserung des Schienen-ÖPNV
genutzt!!
Wofür
hätte man 2,2 Mil. DM sinnvoll ausgeben können? Zur Verbesserung
des ÖPNV auf der Schiene. Ein besseres Angebot zum Fahrplanwechsel
wäre möglich gewesen. Es ist jedoch nicht geschehen.
Die
Region erhält pro Jahr 3 Mil. DM pro Jahr für die Ausgestaltung
des Nahverkehrs. Je 1 Mil. DM erhalten Olpe und Siegen-Wittgenstein
und 1 Mil. DM der Zweckverband PersonenSchienenverkehr. Ca. 600.000
DM sind für die Erstellung des Nahverkehrsplans und ca. 130.000
DM für das Gehalt des Verkehrsplaners der am 1. Oktober (heute)
vom Zweckverband angestellt wurde, ausgegeben. Es bleiben demnach
ca. 2,2 Mil. DM übrig, die, wenn sie nicht bis zum 30. April
1997 ausgegeben worden sind, an des Land NRW zurückgezahlt werden
müssen. Dies Geld kann aus rechtlichen Gründen nicht zur
Finanzierung des kreiseigenen Busunternehmens VWS genutzt werden.
Die
VCD Forderungen sind:
- 400.000
DM für Zugleistungen auf der Verbindung Dillenburg - Siegen,
Betzdorf - Neunkirchen - Haiger und Wallau - Bad Laasphe,
- 400.000
DM für Zugleistungen auf der Verbindung Erndtebrück -
Bad Berleburg, (werktags 6 Züge zusätzlich, samstags und
sonntags je 12 Züge und damit Anschluß von Bad Berleburg
an den Schienen-ÖPNV am Wochenende),
- 200.000
DM für 12 Züge zwischen Erndtebrück und Bad Laasphe.
- Beseitigung
überflüssiger Bahnübergänge im Gemeindegebiet
Erndtebrück, damit der Zug schneller fahren und ein Triebwagen
eingespart kann.
- Förderung
des Tourismus auf der Schiene in Wittgenstein.
Erndtebrück
als ÖPNV Drehscheibe in Wittgenstein
Ausbau
des öffentlichen Personenverkehrs in der Region Siegen-Wittgenstein
mit der Bahn als Rückgrat, so wie in der Stadtbahnstudie des VCD
vorgeschlagen. Der Bahnhof Erndtebrück könnte eine Drehscheibe
des ÖPNV in Wittgenstein werden. Die Busse gewährleisten die
Feinverteilung in den Kommunen.
Moderne
Fahrzeuge für Südwestfalen
Der
Einsatz moderner Fahrzeuge mit Niederflurtechnik für Behinderte
und ältere Menschen. Fahrzeuge dieser Bauart stehen zur Verfügung,
z.B. Talent von Talbort/Bombardier, RegioSprinter von Düwag oder
der RegioLiner von ADtranz. Der VCD wird gemeinsam mit dem Arbeitskreis
Schienenverkehr im nächsten Jahr Sonderfahrten mit den genannten
Fahrzeugen organisieren.
Stop
dem Schienenabbau
Weiterhin
muß dem fortlaufendem Schienenabbau in der Region dringend Einhalt
geboten werden. Täglich werden Weichen und Schienen ausgebaut.
Eine vernünftige Verbesserung des ÖPNV-Angebots ist fast nicht
mehr möglich. Werksanschlüsse wurden in den letzten Monaten
entfernt, Zusatzgleise in den Bahnhöfen wurden abgebaut, so daß
eine Zugbegegnung nicht mehr möglich ist. Es ist nur noch ein Rumpfnetz
erhalten, das in die Sackgasse führt.
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