Wittgenstein. (pr) Wartende Fahrgäste, klirrende Kälte. Zugausfälle sorgten gestern Morgen erneut für Unmut bei Passagieren der Rothaarbahn. Wie der Zweckverband Westfalen Süd auf Anfrage der WP bestätigte, sorgten technische Probleme bei den schon in der Vergangenheit oft kritisierten Zugeinheiten VT 640 zum wiederholten Mal für Probleme auf den Wittgensteiner Strecken. Und nicht nur dort.
Auch beim Biggesee-Express, im Münsterland oder bei der Hellertalbahn warteten Fahrgäste gestern Morgen vergeblich auf den Zug. "Wir bedauern das, haben aber momentan keine Lösung für das Problem", betonte Peter Grundmann von der Pressestelle der Deutschen Bahn. Die Ursache für die Ausfälle sei hinlänglich bekannt und habe schon in der Vergangenheit zu Problemen geführt. "Eine Membran am Ölabscheider friert bei Minustemperaturen ein." Das wiederum führe dazu, dass das Bremssystem nicht mehr einsatzbereit sei. Intensive Gespräche mit dem Hersteller hätten bislang noch zu keinem Ergebnis geführt. "Wo möglich, setzen wir Busse ein", betonte Grundmann. Das sei aber nicht überall kurzfristig machbar.
Kritik an der Qualität der eingesetzten Fahrzeuge äußerte gegenüber der WP gestern erneut Achim Walder vom Verkehrsclub Deutschland. Walder verwies gleichzeitig auf die im Herbst vom Zweckverband Westfalen-Süd eingeführte Mobilitätsgarantie. Wenn Bus oder Bahn mehr als 20 Minuten zu spät kommen, können Fahrgäste mit gültigem Fahrausweis der Verkehrsgemeinschaft Westfalen-Süd ein Taxi ordern und erhalten Kosten bis zu 25 Euro bei Vorlage der Rechnung erstattet. Voraussetzung ist, dass es keine Alternative mit Bus oder Bahn gibt.
Zur Nutzung der Taximöglichkeit forderte auch Günter Padt, Geschäftsführer des Zweckverbands Personennahverkehr Westfalen-Süd, auf, der sich nicht nur über "Chaos auf der ganzen Linie" bei der Bahn ärgerte, sondern auch selbst vergeblich auf den Zug wartete. Weder die Ausfälle noch die unbefriedigende Informationspolitik der Bahn seien so hinnehmbar: "Das entspricht nicht unserem Qualitätsverständnis und das geht so nicht weiter. Sowohl wir als auch die Fahrgäste zahlen viel Geld an die Bahn. Dafür kann man entsprechende Leistungen erwarten."
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