PM: Westfälische Rundschau aus Siegen vom 8-1-2003
Das
schaffen die Anzeigetafeln auf dem Siegener Bahnhof gerade noch: "Bitte
Ansage beachten."
Siegen. (ede) Das Problem ist wirklich nicht zu übersehen: Wer
auf dem Siegener Hauptbahnhof oder in Weidenau den Bahnsteig betritt
und anhand der sogenannten Zugziel-Anzeigen erfahren will, wann denn
nun die nächste Bahn an diesem Gleis abfährt, wird enttäuscht
sein - denn die Anzeigetafeln sind außer Betrieb. Schon länger.
Genauer gesagt: seit Monaten. Und daran wird sich wohl auch so bald
nichts ändern. "Eine Reparatur wird es nicht geben",
sagte gestern im WR-Gespräch Bahn-Sprecher Manfred Pietschmann.
Schließlich hätten die Anzeigen "zum Teil 40 Jahre
auf dem Buckel". Und Ersatzteile seien "heute nicht mehr
aufzutreiben".
In
Essen, Düsseldorf und Hagen aber geht´s: Hier wurden -
zum Teil erst kürzlich - auf den Bahnhöfen nagelneue Anzeigen
montiert. Warum eigentlich nicht auch in Siegen? Dazu Pietschmann:
"Essen etwa steht in der Prioritätenliste klar vor Siegen.
Dort läuft ja zum Beispiel auch ICE-Verkehr."
Den
Bahnbenutzer ab Siegen wundert´s, helfen tut es ihm aber nicht.
"Natürlich sind die Fahrgäste nicht fröhlich",
bedauert Pietschmann. Doch an der Situation lasse sich momentan nun
mal nichts ändern. "Ich hoffe nur, dass die Durchsagen auf
den Siegener Bahnhöfen besser sind als anderswo." Sicherlich
auch kein Trost. Und Bahnbedienstete als Ansprechpartner sind ebenfalls
Mangelware. Ein Früh- und Spätdienst ist in Siegen zwar
eingerichtet, doch leider sei einer der beiden "Rotkäppchen"
- Originalton Pietschmann - in letzter Zeit oft krank gewesen.
Bleibt
oft nur der Blick in den Fahrplan
Bleibt
jenem Bahnbenutzer, der nicht gerade "ein alter Hase" ist,
fast nur noch der Blick auf die aktuellen Fahrplan-Aushänge.
Geld
sei einfach nicht da, so der Bahn-Sprecher - vor allem nicht im Unternehmensbereich
"Station und Service", der vielerorts nicht wirtschaftlich
arbeite. Für die kaputten Zugziel-Anzeigen bedeutet das: "Die
bleiben so lange ausgeschaltet hängen, bis wir neue kriegen."
Damit sei aber so bald nicht zu rechnen, denn: "Alle Budgets
sind derzeit auf Eis gelegt."
Letzte
Frage: Warum kann sich die Bahn AG einen eigenen Fernsehsender namens
"Bahn TV" leisten, hat aber für besseren Kunden-Service
keinen müden Euro? Pietschmann: "Das sind zwei ganz verschiedene
Paar Stiefel: Unternehmenskommunikation hier, der Bereich Station
und Service da. Und jeder Bereich wirtschaftet für sich."
Aha.
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