Die Unfälle mit Fahrradfahrern und Fußgänger die letzten Wochen reichen.

Steigende Unfallzahlen in Siegen-Wittgenstein.
‚Fast jeden Tag ist zu lesen, dass wieder ein Radfahrer oder ein Fußgänger von einem Autofahrer umgelegt worden ist!‘ so Achim Walder von VCD/ADFC. In vielen Fällen ist es die Rücksichtnahme auf die schwächeren Verkehrsteilnehmer, die den Autofahrern abhanden gekommen scheint. Der Verkehrsclub Deutschland und der Allgemeine Deutsche Fahrrad Club fordern deshalb umsichtigeres Verhalten von den Autofahrern. Auch appellieren sie an Fußgänger und Radfahrer aufeinander Rücksicht zu nehmen und die Fußgängerlichtzeichen an Ampeln zu beachten.
Drei Verbesserungsvorschläge zu Konfliktpunkten zwischen Autofahrern, Radfahrern und Fußgängern haben die Verbände am Beispiel Kreuztal erarbeiten lassen.
Beispiel Waldstraße: Am Abzweig Waldstraße von der Hagener Straße ist die Waldstraße im Einmündungsbereich mehr als 10m breit. Hier ist täglich zu beobachten, wie Fußgänger und besonders Schulkinder rennen oder auf der Fahrbahn warten müssen, um den Autoverkehr passieren zu lassen. Hier geht der Vorschlag dahin, eine Mittelinsel einzubauen, um die Einfahrtsradien so zu verkleinern, daß in diese Wohnstraße mit verminderter Geschwindigkeit eingebogen wird, denn 30 m weiter beginnt die Zone 30. Den Fußgängern würde das Überqueren der Waldstraße erleichtert. Gleichzeitig könnte das unerlaubte Links-Abbiegen aus der Waldstraße in die Hagener Straße unterbunden werden. Für die Busse wird in der Schleppkurve eine Aufpflasterung vorgenommen, die von PKWs nicht befahren werden soll.
Beispiel Erbstollen: Täglich überquert eine Vielzahl von Schülern die Straße am Erbstollen beim Schulzentrum Kreuztal. Dort befinden sich eine Gesamt- und eine Realschule sowie ein Gymnasium. Neben den Schülern überqueren auch viele Kinder zum Kindergarten Hessengarten hier die Straße. Als Haupterschließungsstraße in die Wohngebiete Erlersiedlung und Stählerwiese bindet sie der ‚Erbstollen‘ an die B508 Kreuztal-Hilchenbach an. Berufsverkehr und Schulanfang treffen gleichzeitig aufeinander. ‚Täglich ein Chaos!‘, konstatiert Achim Walder. Der Verkehrsclub Deutschland führte im letzten Jahr eine Aktion mit quergelegten Zebrastreifen durch und das Stadtplanungsamt stellte Vorschläge in den Fachausschüssen vor. Leider ist bis heute weiter nichts geschehen. Deshalb stellt der VCD ein 3D-Fotomontage vor, um einen realistischen Eindruck der geplanten Änderung zu vermitteln.
Beispiel Breslauer Straße: Seit der Eröffnung der Straße ‚Zum Erbstollen‘ wurde an der Einmündung eine bedarfsgesteuerte Ampel aufgestellt. Diese Ampel soll über Kontaktschleifen auf Grün schalten, wenn die Geschwindigkeit der heranfahrenden Fahrzeuge höchstens 30 km/h beträgt. Wie viele Autofahrer häufig erleben, funktioniert dies nicht und sie müssen vor der roten Ampel halten, ohne dass ein anderes Fahrzeug oder ein Fußgänger zu sehen ist. Auf Radfahrer reagiert die Ampel nur, wenn das Fahrrad groß genug und aus Eisen/Stahl ist. Moderne leichte Alu- oder Carbon-Räder erfaßt sie nicht. ‚Ganz schlechte Karten hat man als Fußgänger‘, so Achim Walder. Nach dem Berühren des Kontaktfeldes am Ampelmast muß man meist lange warten. Erst wenn alle Autos passiert haben, ‚denkt‘ der Ampelcomputer an die Fußgänger. Negative Konsequenz: Fast alle Fußgänger beachten die Ampeln nicht und überqueren bei Rot die Straße, sobald sie frei ist. Und das auf dem offiziellen Schulweg von der Erlersiedlung zum Schulzentrum!
Der Vorschlag des VCD/ADFC: Abbau der Ampelanlage, Rückbau des Straßenquerschnitts, damit auch auf dieser Straße die vorgeschriebenen 30 km/h eigehalten werden, Einbau eines Kreisels im Kreuzungsbereich Breslauer Str./Zum Erbstollen. Damit wird die Verkehrssicherheit durch niedrigere Geschwindigkeiten erhöht und die Fußgänger können die Straße überqueren, sobald sie frei ist. Hier hätte eine Menge Steuergelder gespart werden können.Beispiel Fellinghauser Str.
An dieser Ampelquerung hat es im vorigen jahr einen schweren Unfall mit Totesfolge gegeben. Durch einen Einbau von Verkehrsinseln könnte der Autoverkehr kanalisiert werden und der Überweg für Fußgänger sicherer werden.
Nun hoffen Verkehrsclub Deutschland und Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club, dass ihre Vorschläge in den Gremien diskutiert werden und gegebenenfalls umgesetzt werden. Auch in anderen Gemeinden ist ein Umdenken notwendig, um die Verkehrssicherheit für Radfahrer und Fußgänger zu erhöhen, denn die Zahl der Verletzten und Getöteten muß auf null zurückgeführt werden.

InterRegio-Verbindung in Südwestfalen bleibt zum Teil bestehen.

Der Verkehrsclub Deutschland begrüßt die DB-Entschheidung zum IR. Südwestfalen behält seine Anbindung an den Fernverkehr in Frankfurt und Hagen. Weiterhin gibt es eine umsteigefreie Verbindung zu den Fernzügen.
Jedoch muß über die Benutzungsbedingungen und den Fahrplan nachgedacht werden. ‚Wenn im Ruhrgebiet Intercity-Züge mit Nahverkehrstickets plus Zuschlag benutzt werden können, dann ist nicht einzusehen, warum dies bei leeren Zügen, wie die DB behauptet, nicht auch in unserer Region möglich sein sollte,‘ so Achim Walder vom VCD Siegen- Wittgenstein und Olpe.
Durch die neue Verbindung Frankfurt-Siegen-Hagen-Aachen wird sich auch der Fahrplan ändern. Hier sind Anpassungen in unserer Region dringend notwendig. Fernzüge, die den Hauptbahnhof im Oberzentrum Siegen nicht anfahren, darf es in Zukunft nicht geben. Mit Wendezügen kann das kein Problem sein. Der Pendelzug zwischen Siegen und Weidenau, der seit dem Fahrplanwechsel eingesetzt ist, könnte dann entfallen und dem Zweckverband Kosten sparen.
Auch könnten nun weitere Haltebahnhöfe vorgesehen werden. Wenn Altenhundem und Finnentrop alle zwei Stunden mit dem IR bedient werden, ist nicht verständlich, dass in Kreuztal nicht gehalten wird. Vor der Zeit des IR hielt der D-Zug von Norddeich-Mole/Mönchengladbach nach Heidelberg/Passau/Oberstdorf immer in Kreuztal, und hatte guten Zuspruch von Reisenden.
Gerade aus touristischen Gründen ist das Umsteigen auf die RothaarBahn in Kreuztal sinnvoll. Reisende müssen dann nicht ca. 30 Minuten in Weidenau auf den Anschluß nach Hilchenbach, Erndtebrück, Bad Berleburg oder Bad Laasphe warten.
Der Verkehrsclub Deutschland fordert die heimischen Entscheidungsträger auf, aktiv zu werden und die sich jetzt bietende Chance zu nutzen, ein Angebot zu entwickeln, das den Bahnbenutzern dieser Region einen deutlichen Vorteil bringt.