Werthenbach – Ein Dorf im Takt

Taktgefühl haben sie schon lange, die Werthenbacher, das zeigen sie in der Musikkapelle und im Männergesangsverein Frohsinn. Jetzt ist ein neuer Takt hinzugekommen, und der kam für viele überraschend, quasi über Nacht. Seit dem 16. Juli d. J. wird Werthenbach von den Bussen der Linie R 16 im Takt bedient, samstags und sonntags immer zur Minute ’45, jede Stunde von 6.45 – 0.45 Uhr. Die Busse der Linie Siegen – Netphen – Deuz – Hainchen (Rudersdorf), die auf ihrer Fahrt ins Obere Johannland bisher nur im Ortsteil Werthenbach-Bahnhof Halt machten, lassen den anderthalb Kilometer entfernten Hauptort nicht mehr links liegen. Der Sonn- und Feiertagsanschluss ist für Werthenbach ein Novum, eine Bus-Anbindung an diesen Tagen gab es bisher noch nie.
Auch Montag bis Freitag gibt es deutliche Verbesserungen. Waren es bis zum Fahrplanwechsel 9 Linienbusse, die nach Werthenbach kamen, so bestehen mit dem neuen Fahrplan an den Haltestellen der Werthe- und Lahnhofstraße jetzt 15 Möglichkeiten des Ein- und Ausstiegs, zwei TaxiBusse kommen bei Bedarf als Anrufverbindung noch hinzu. Die Busse erschließen den Ort vormittags und abends zweistündlich, nachmittags von 13.45 – 16.15 Uhr im Halbstundentakt. Einige frühe Verbindungen sind da noch nicht eingerechnet.

Werthenbach Ort – am Wochenende jede Stunde ein Bus

Werthenbach, nicht nur ein Dorf im Takt, jetzt auch ein Dorf mit Anschluss, an 365 Tagen im Jahr. Diese gute Bus-Anbindung wird von den meisten Werthenbachern begrüßt.
Für Walter Schindler vom Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD), selbst Werthenbacher, ist die Bus-Anbindung eine Bereicherung: „Wir haben jetzt unmittelbar die Möglichkeit, zwischen dem Individualverkehr und dem Öffentlichen Personennahverkehr zu entscheiden. Wir können auch mal das Auto stehen lassen, trotzdem kommen wir an unser Ziel und vor allem auch wieder zurück.“
Mit den günstigen Kurzstreckentarifen mal eben nach Helgersdorf, Irmgarteichen und Hainchen oder auch bis Werthenbach-Bahnhof und Deuz zum Einkaufen, zur Apotheke und zum Arzt. Das alles ist bequem und man braucht kaum länger als mit dem Auto. Die Jugendlichen mit Schülerticket freuen sich besonders über die späten Verbindungen.
Die jüngeren Schulkinder müssen jetzt weniger häufig im Ortsteil Werthenbach-Bahnhof abgeholt werden. „Ganz nebenbei also auch ein Gewinn für die Familien und die Umwelt“, so Walter Schindler. Und nicht zuletzt spielt bei interessierten Neubürgern bei ihrer Entscheidungsfindung für einen neuen Wohnsitz zunehmend eine gute Anbindung durch den Öffentlichen Personennahverkehr eine nicht unerhebliche Rolle.
Werthenbach, ein Dorf im Takt und mit Anschluss.